Eine Reise nach Bansko führt in den Südwesten Bulgariens, in einen der ältesten Orte des
Balkanlandes. Die Bergstadt hat sich zu einem bedeutenden Ferienort entwickelt, der sich im Winter
in das größte Skigebiet des Landes verwandelt. Während der Sommerzeit ist sie als Ausgangspunkt
für Wanderungen, Klettertouren und anderen Outdoor-Aktivitäten im Nationalpark Pirin beliebt. Die
gut erhaltene Altstadt beherbergt rund 130 architektur-historische Kulturdenkmäler, die von der
bewegten Ortsgeschichte erzählen. Museen, tolle Kulturveranstaltungen und die Mineralquellen im
Umland machen das Reiseziel ebenfalls interessant.


Allgemeine Informationen
Bansko bildet sozusagen das nördliche Tor zu dem Hochgebirge Pirin, das auf der Welterbeliste der
UNESCO steht. Der Ort selbst liegt 925 Meter über dem Meeresspiegel, der Gipfel des Hausberges
Todoroka ist 2746 Meter hoch. Zur Gemeinde Bansko gehören neben dem Kernort sieben weitere
Siedlungen, unter anderem der Bäderort Dobrinishte.
Mehrere Buslinien verbinden die Region mit Nachbarstädten sowie der etwa 150 Kilometer weit
entfernten Hauptstadt Sofia. Darüber hinaus ist Bansko gut an das überregionale Straßennetz
angebunden und ein Haltepunkt der Rhodropenbahn.
Klimatisch wird die Region von Übergangsklima mit mediterranen Einflüssen geprägt. Bis zu sechs
Monaten im Jahr liegt Schnee, zumindest in den Höhenlagen, wobei die Durchschnittstemperatur im
Januar bei -1,9° Celsius liegt. Im Hochsommer sind Temperaturen zwischen 25 und 35 Grad Celsius
üblich.


Die Altstadt von Bansko
Bis zur Epoche der Nationalen Wiedergeburt Bulgariens war Bansko ein Dorf von Viehzüchtern und
Handwerkern. Damals, im 18. Jahrhunderts begann ein wirtschaftlicher und kultureller Aufschwung,
der auch eine einzigartige Architektur hervorbrachte. Denn zum Schutz vor den Osmanen bauten sich
die wohlhabenden Einwohner reich verzierte Steinhäuser mit festungsähnlichen Mauern. Das
„goldene Zeitalter“ des nunmehr städtischen Handels- und Handwerkszentrums endete Mitte des 19.
Jahrhunderts. Doch in der Altstadt von Bansko ist das Flair jener Zeit noch spürbar. Fünf der
denkmalgeschützten Bauwerke gelten als Kulturdenkmäler von nationalem Rang. Dazu gehören die
Kirche St. Trinity, das Velyanova Haus und das Neofit-Rilski-Museum.
Dreifaltigkeitskirche – St. Trinity
Die Dreifaltigkeitskirche (St. Trinity) ist von einer dicken Mauer aus Lesesteinen umgeben, ihr dreißig
Meter hoher Glockenturm ist das Wahrzeichen von Bansko. Sie zählt zu den größten Kirchen des
Bulgariens und beeindruckt mit farbenfrohen Wandmalereien, einzigartigen Schnitzereien an der fast
raumhohen Ikonastase und der Ausmahlung der Kuppel.
Erbaut wurde die dreischiffige Hallenkirche um 1835. Sie wurde von der ersten protestantischen
Gemeinde Bulgariens in einem damals nicht christlichen Land unter der Herrschaft der Türken
errichtet. Ihre beachtliche Größe soll sie der List und Diplomatie der Erbauer verdanken, die den
Bauplatz heimlich, in der Dunkelheit vieler Nächte, Stück für Stück vergrößerten. Zwei türkische
Halbmonde neben dem Kreuz über dem Eingang bewahrten die neue Kirche angeblich vor dem
Abriss durch die Osmanen.
Das Velyanova Haus
In dem Haus Velinova wohnte der Künstler und Meister der Debar Kunstschule Velyan Ognev, der die
Holzdecke der Dreifaltigkeitskirche bemalte. Auch sein Wohnhaus verschönerte er mit wundervollen

Fresken und feinen Schnitzarbeiten. Es ist eines der schönsten Vertreter der erhaltenen
Festungshäuser von Bansko und für Besucher geöffnet. Diese können noch geheime Fluchtgänge und
Verstecke der einstigen Bewohner entdecken, die dort Schutz vor osmanischen Eindringlingen
suchten.


Neofit Rilski Museum
Das Geburtshaus des Geistlichen und Aufklärers Neofit Rilski ist ebenfalls ein typisches Bansko-Haus
mit Versteck. Heute dient es als Museum, dessen Ausstellung dem Schaffen Rilskis gewidmet ist. Es
ist eine von insgesamt acht Stationen des Museumskomplexes der Stadt.

Erlebnisse und Ausflüge
Die Straße nach Süden führt von der Altstadt weg, zur Talstation der Bergbahn, die Fahrgäste das
ganze Jahr über auf den Berg hinauf bringt. Sie ist in zwei Sektionen unterteilt und mit modernen 8er
Gondeln ausgestattet. Bis zu der 1664 Meter hoch gelegenen Bergstation dauert die Fahrzeit etwa 20
Minuten. Dabei überwindet die Gondelbahn eine Strecke von 6233 und kann pro Stunde maximal
2400 Personen befördern. Das südliche Stadtviertel ist touristisch geprägt, mit Hotels,
Apartmenthäusern und Restaurants schmiegt es sich in das Talende.
An warmen Tagen ist der Stadtpark mit großen, schattenspendenden Bäumen ein beliebter
Aufenthaltsort für Einheimische und Gäste. Der zwanzig Hektar große Park birgt unter anderem
einen Spielplatz, einen kleinen See und einen Springbrunnen. Er befindet sich im Stadtzentrum, in der
Nähe des zentralen Nikola Vaptsarov Platzes. In dessen Umfeld laden verschiedene Restaurants und
Cafés zum Verweilen ein. Auf dem autofreien Platz finden Veranstaltungen wie die Saisoneröffnung
statt und in der Adventszeit wird dort der Weihnachtsmarkt aufgebaut. Der beleuchtete
Springbrunnen wird auch im Winter nicht abgestellt, bei Eiseskälte gefriert das sprudelnde Wasser zu
bizarren Eisskulpturen.
Kulturveranstaltungen verschiedener Art tragen zu einem abwechslungsreichen Aufenthalt in Bansko
bei. Während der Wintersaison gehören das Internationale Ballettfestival, der Weltschneetag sowie
Skisport-Wettkämpfe dazu. Im Sommer locken das Internationale Jazzfestival und das Bansko
Opernfestival Musikfreunde an. Weitere Sommerevents sind das Sommer-Theater-Fest, das
Sommerkino und diverse lokale Angebote.
Schmalspurbahn fahren
Eine gemütliche Fahrt mit der Rhodropenbahn ist nicht nur für Eisenbahnfans ein Erlebnis. Die
Schmalspurbahn verkehrt zwischen Dobrinischte im Pirin und Septemvri in den Rhodropen und
passiert dabei auch das Rilagebirge. Das sind 125 Kilometer durch traumhafte Landschaften. Vier
Kehren, gewundene Streckenabschnitte, Brücken und Tunnel und der 1267 Meter hoch gelegene
Bahnhof Avramovo machen die Strecke spektakulär. Bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 25
Kilometer pro Stunde benötigt die Bahn für die Gesamtstrecke fünf Stunden. Der Bahnhof Bansko ist
ein Haltepunkt der Rhodropenbahn, die wegen der Streckenführung gern „Alpenbahn des Balkans“
genannt wird.
Tanzbären-Reservat
Tierfreunde sollten einen Ausflug zu dem Tanzbärenreservat Dancing Bears Park einplanen und Bären
aus der Nähe betrachten. In dem zwölf hektargroßen Areal aus Wald Seen und Höhlen haben
gequälte Tanzbären ein Refugium gefunden. Sie wurden als Jungtiere grausam zu sogenannten
Tanzbären abgerichtet, in Wanderzirkussen vorgeführt und von Tierschützern gerettet. Der Park
befindet sich nahe der Stadt Belica, etwa zwanzig Kilometer von Bansko entfernt. Führungen finden
von April bis Oktober statt, den Rest des Jahres halten die Bären Winterschlaf.

Rila Kloster
Eine Autofahrt bis zu dem berühmten Kloster Rila dauert rund neunzig Minuten, doch es ist die Fahrt
wert. Immerhin ist es das Wahrzeichen Bulgariens und UNESCO-Welterbe. Allein die Architektur der
einzelnen Gebäude ist eine Augenweide. Sie erhielten ihr heutiges Aussehen überwiegend im 19.
Jahrhundert, nur der Hrelyo-Turm stammt noch aus der Zeit um 1335. Heute dient der Komplex
wieder als Mönchskloster und beherbergt ein Museum. Dessen Ausstellung zeigt historisch wertvolle
Kunstgegenstände. Dazu kommt die Klosterwirtschaftsausstellung, die unter anderem die
Wassermühle, die alte Klosterküche sowie die alte Klosterbäckerei umfasst.

Wellnessurlaub: Thermalquellen und Bäder in der Umgebung
Mineralbad in Dobrinischte
Etwa sechs Kilometer vom Kernort Bansko entfernt, lädt der Ortsteil Dobrinishte zum Entspannen
ein. Der Heilklimatische Kurort ist für seine Mineralquellen bekannt, aus denen 30 bis 43 Grad Celsius
warmes Wasser sprudelt. Für das Bad im Mineralwasser stehen ein großes Mineralbad und ein
Freibad zur Auswahl. Im Winter punktet der Ort zusätzlich mit einem Skigebiet. Dieses ist mit einem
Doppelsessellift erschlossen und bietet vier Abfahrten mit einer Gesamtlänge von sieben Kilometern.
Badeort Dorf Banya
Ungefähr sechs Kilometer nördlich der Altstadt liegt das historische Dorf Banya. Mit seinen 72
Thermalquellen ist es sozusagen das Spa der Region. Das mineralienreiche Wasser ist zwischen 45
und 70 Grad Celsius heiß, bei einem Mineraliengehalt von insgesamt 364,71 mg pro Liter. Schon die
Römer und später die Türken wussten die wohltuende Wirkung dieses warmen Mineralwassers zu
schätzen. Davon zeugen noch heute das alte Römerbad und das türkische Bad, die beide unter
Denkmalschutz stehen. Heute füllt das Mineralwasser die Außen- und Innenpools der Hotels und des
städtischen Mineralbades. Zwischen Juni und September ist zusätzlich ein Freibad mit
Mineralienwasser geöffnet.

Winterurlaub in Bulgarien: Skigebiet Bansko
Die Wintersportsaison in Bansko dauert etwa von Anfang Dezember bis in den April. Falls nicht
genügend Schnee vom Himmel fällt, werden Loipen und Pisten technisch beschneit. Das Skigebiet
Bansko ist auf die Wintersportarten Ski alpin, Langlauf, Biathlon und Snowboarden ausgelegt. Es
bietet bestens präparierte Pisten mit einer Gesamtlänge von 75 Kilometern und 22 Kilometer
gespurte Loipe. Moderne, leistungsstarke Liftanlagen bringen die Schneefreunde an die
Ausgangspunkte der Strecken.
Etwa 30 Prozent der Pisten können auch von Anfängern befahren werden und 25 Prozent sind nur für
fortgeschrittene, geübte Skifahrer geeignet. Ein Snowpark mit Half Pipe, der Funpark und Paragliding
bringen Abwechslung in den Skitag. Speziell für die Ski-Zwerge gibt es ein rollendes Karussell und
Kinderlifte sowie einen Kindergarten. Dort sind die Kleinsten gut aufgehoben, während die Eltern
unbeschwerte Abfahrten genießen.
Mit den Gondeln der Kabinenbahn gelangen die Skifahrer bis zu Mittelstation Chalin Valog und zur
Bergstation auf dem Plateau Bunderishka. Höher hinauf fahren 4er Sessellifte und zwar bis 2560
Meter unterhalb des Todorkagipfels und ins Skigebiet Shiligarnika. Der Plato-Lift bringt Freestyler
zum Snowpark. Die einzelnen Skigebiete sind mit mehreren Skiliften erschlossen und durch Pisten
miteinander verbunden. So können ausdauernde Skifahrer und Snowboarder aus 2560 Metern Höhe

am Todorkagipfel bis in den Ort Bansko abfahren. Es ist eine 16 Kilometer lange Strecke, die 1570
Höhenmeter überbrückt.
Als Bulgariens größtes Skigebiet bietet Bansko auch Gelegenheit zum Nachtskifahren. An den
jeweiligen Tagen verlängert die Kabinenbahn ihre Betriebszeiten und Flutlichtanlagen beleuchten die
Piste bis ins Tal und schaffen damit eine zauberhafte Atmosphäre. In diesem Licht ist die 7,5
kilometerlange Abfahrt bis ins Tal nach Einbruch der Dunkelheit möglich. Unten, in den Bars an der
Talstation, ist schon alles fürs Aprés Ski vorbereitet.
Abseits der Skipisten
Der Schneetag im Wintersportgebiet Bansko lässt sich unterschiedlich gestalten. Langläufer finden
hervorragend präparierte Pisten mit schöner Streckenführung vor. Wer die Skier einmal stehen
lassen möchte, kann eine Winterwanderung mit und ohne Schneeschuhe unternehmen, oder beim
Paragliding die Pistenwelt aus der Luft betrachten.
In dem renommierten Skiort Bansko haben sich mehrere Skischulen niedergelassen. Deren erfahrene
Skilehrer helfen auch absoluten Anfängern auf die Bretter; Kinder und Erwachsene können so das
Skifahren erlernen beziehungsweise vorhandene Fähigkeiten verbessern. Kinder und Erwachsene
können das Skifahren erlernen oder ihre Fähigkeiten erweitern. An den Ausleihstationen können
Skier, Skischuhe und anderes Zubehör ausgeliehen werden, wozu auch Schlitten gehören.
Für das kulinarische Wohl ist ebenfalls gesorgt. An den Pisten der Skigebiete locken tagsüber Hütten
und Bars zum Einkehrschwung und versorgen die Wintersportler mit Heiß- und Kaltgetränken und
leckeren Speisen. Während der vielen Sonnenstunden am Todorka sind die Liegestühle vor den
Skihütten fast immer belegt, mit Urlaubern, die in der Wintersonne relaxen. Darüber hinaus sind in
der Stadt Bars und Clubs, schicke Restaurants und urige Wirtshäuser wie die traditionellen Meyhane
geöffnet.

Zum Sommerurlaub nach Bansko ins Pirin-Gebirge
Der Sommer in Bansko steckt voller Möglichkeiten. Schließlich es der Hauptort der
Nationalparkregion Vihren, die mit grandioser Landschaft und Naturschönheiten punktet. Viele
Wanderer nutzen die Stadt als Ausgangspunkt für ihre Touren, spannende Wanderziele gibt es
ausreichen. Zum Beispiel die archäologischen Ausgrabungsstätten St. Nicholas im Raslog Tal, wo die
Grundmauern einer frühchristlichen Basilika freigelegt wurden. Für Archäologiefans empfiehlt sich
noch ein Ausflug zu den Grabungsstätten der spätantiken und mittelalterlichen Festung Sitan Kale
(Kalyata) im Mesta-Tal, nahe der Stadt Yakoruda.
In der Nähe der Berghütte Vihren steht Bulgariens ältester Baum, der Baykuyhevata Mura.
Schätzungsweise 1300 Jahre wächst und gedeiht die Schlangenhautkiefer schon im Pirin, und zwar in
einer Höhenlage von 1930 Meter über dem Meeresspiegel.
Im Piringebirge gibt es viele Bergseen, einige davon liegen in wanderbarer Nähe zu Bansko. Ein
besonders idyllisch gelegenes Exemplar ist der Gletschersee Okoto. Aus der Luft betrachtet sich der
fast runde See wie ein blaues Auge in der Berglandschaft aus. Er ist über eine Bergstraße und
Wanderwege erreichbar und bietet schöne Picknick-Plätze.

Noch mehr mögliche Aktivitäten
Kletterer können zum Beispiel Nordwand des Vihren besteigen. An diesem und anderen
Kletterrevieren bieten qualifizierte Bergführer geführte Klettertouren an und verleihen die nötige
Ausrüstung dafür. Angler können in herrlich gelegenen Seen fischen. Wobei in der näheren
Umgebung von Bansko die Angelgebiete Belize Dam, Krynets Dam und der Ribarnika-Komplex zur
Auswahl stehen. Für Mountainbiker sind Routen verschiedener Schwierigkeitsgrade markiert, deren

Gesamtlänge beträgt circa 200 Kilometer. An die Golfspieler ist ebenfalls gedacht. Nur rund 15
Autominuten von Bansko entfernt befindet sich ein 18-Loch-Championship-Golfplatz mit einer Fläche
von 150 Hektar. Pferdenarren sind auf den Reiterhöfen der Umgebung richtig, die Reitstunden und
sogar Tagesausflüge mit Pferden anbieten. Zu den Erlebnisangeboten der Ferienregion gehören auch
Kutschfahrten mit Folklore-Picknick und Offroad-Fahrten mit Geländewagen, Cayoning und
Raftingtouren.
Bansko ist nicht nur Bulgariens größtes Skigebiet, sondern ein Reiseziel mit vielen Facetten, für alle
Jahreszeiten. Es ist wanderbar, steckt voller Sehenswürdigkeiten und ermöglicht tolle Aktivitäten in
der Natur.